Liseberg – The next level!

Ich beschäftige mich jetzt seit ungefähr zwei Jahren intensiver mit Freizeitparks und Achterbahnen. 2016 hat ja bekanntlich Taron im Phantasialand eröffnet und man hörte seitdem immer wieder Vergleiche zu dieser einen besonderen Bahn im schwedischen Freizeitpark Liseberg. Da nicht nur diese eine Bahn zu der Spitze Europas gehören soll sondern auch der Rest des Parks stand für mich fest, dass ich dieses Jahr einen Besuch einplanen sollte. Im September war es dann auch endlich soweit und ich habe zwei Tage eingeplant während meinem Urlaub in Göteborg.

Tag 1

Da der Park an meinem ersten Tag erst ab 15 Uhr geöffnet hat ging ich es sehr entspannt mit einem Frühstück in der Stadt an. Morgens war das Wetter noch in Ordnung aber Nachmittags hat es angefangen zu regnen. Somit war der Park später entsprechend leer.
Mitten in der Stadt und in bester Gesellschaft mit dem Universeum, Korsvägen und den Gothia Towers findet man in Liseberg eine große Auswahl verschiedenster Attraktionen. Durch die perfekte Lage ist die Anreise sehr einfach und selbst vom Flughafen kommt man so schnell und einfach zum Park, dass sich bei günstigen Flügen ein Tagesausflug nach Liseberg lohnen könnte.
Ich hatte aber zum Glück mehr Zeit und war trotzdem pünktlich am Gäste Service um mir meinen kostenlosen Eintritt mit der Phantasialand Jahreskarte abholen zu können.
Im Park ging es natürlich direkt zu Helix, da es hier sehr leer war bin ich direkt für einige Fahrten geblieben.

Helix hatte es wirklich nicht leicht bei mir. Nach den vielen Vergleichen zu Taron hatte ich wirklich sehr hohe Erwartungen. Die erste Fahrt habe ich wie üblich in der ersten Reihe gemacht und wusste auch danach noch nicht ganz was ich von der Bahn halten sollte. Zum Glück konnte ich direkt ein paar Runden ohne nennenswerte Wartezeit fahren. Jetzt aber erstmal zur Fahrt:
Es geht damit los, dass man direkt aus der Station durch den First-Drop in die erste Inversion fährt und zwei Kurven später kommt man zum ersten der beiden Launches. Leicht aufwärts geht die Fahrt hier eigentlich erst richtig los. Nach einer Schraube kommt etwas Airtime auf dem ersten Umschwung und von dort geht es dann ohne große Pause weiter in den Norwegian Loop. Danach geht es sehr knapp unter der Lisebergbanan durch zu einer weiteren Schraube, gefolgt von einigen sehr schnellen und engen Kurven. Nach einer Rechtskurve landet man dann im zweiten Launch welcher steiler nach oben geht als der erste. Gefühlt wird man zwar kaum schneller aber man spürt trotzdem die Beschleunigung welche einen dann den Inside Top Hat hoch fahren lässt. Nach einem sehr intensiven und langen Stück Airtime rollt man noch gemütlich durch eine links-rechts-links Kombination gefolgt von einer Herzolle mit Hangtime und der Schluss bremse.

Nach ein paar Runden war ich absolut gefangen von der Bahn. Es gibt viele Stellen in denen man zumindest für einen kurzen Moment eine geniale Aussicht auf die Gothia Towers oder den Park hat. Perfekt platzierte Inversionen, Umschwünge in „Taron-Qualität“, die sehr bequemen Becken-bügel von Mack und einige Stellen mit sehr starker Airtime. Was will man mehr? Für mich die bisher beste Bahn welche ich fahren konnte. Man hat die Bahn einfach genau an den Berg angepasst und die Lisebergbanan für ein paar interessante near-miss Effekte missbraucht.

Nach Helix ging es dann weiter in den restlichen Park. Ich bin erst mal wieder zurück in den unteren Bereich gegangen und dann ohne nennenswerte Wartezeiten in die Lisebergbanan eingestiegen.
Viele werden zwar eher wegen Balder und Helix nach Liseberg kommen doch sollte man die Liseberbanan auf keinen Fall unterschätzen. Die 1987 gebaute Zierer Bahn hat zwar schon sichtbar ein paar Jahre hinter sich macht aber immer noch richtig Spaß und fährt ohne Schläge durch das Layout. Unterwegs hat man dann interessante Begegnungen mit einigen der anderen Attraktionen am Berg.

Danach bin ich weiter in den hinteren Bereich des Parks gegangen und bin Balder gefahren. Selbst wenn ich Holzachterbahnen normalerweise nicht so gerne habe hat Balder mich hier überzeugt. Ein schöner First-Drop gefolgt von steilen Kurven und Airtime. Die erst nachträglich hinzugefügten Tunnel machen die Bahn gefühlt nochmal intensiver.

Leider hat der Regen den ganzen Abend nicht mehr nachgelassen und ich habe den Park dann nach ein paar weiteren Runden Helix gegen 22 Uhr verlassen.

Tag 2

Der zweite meiner beiden Tage begann etwas früher. Schon am Eingang konnte man sehen, dass es recht voll werden wird. Für die erste Fahrt bei Helix musste ich dann auch direkt fast eine Stunde warten. Am Tag zuvor habe ich in der ersten Stunde ganze fünf Fahrten geschafft.

Ich war aber ja natürlich nicht nur für Helix hier und habe mich am zweiten Tag mehr auf die anderen Attraktionen konzentriert. Direkt vorweg: Da das Wetter immer noch nicht wirklich besser war habe ich den Log-Flume und das Rafting ausgelassen. Die werde ich dann bei meinem nächsten Besuch fahren. Ich bin dann als erstes den Freefall Turm „AtmosFear“ gefahren und bin danach zu einem recht seltenen Flatride gegangen.

Immer noch oben am Berg findet man zwischen der Lisebergbanan und Helix „Uppswinget“ einen S&S „Screamin‘ Swing“. In ganz Europa gibt es nur zwei Anlagen des Typs, die zweite steht im Thorpe-Park in der Nähe von London.

Die Neuheit 2017 in Liseberg ist aber natürlich der Gyro Swing „Loke“ von Intamin. Die 42 Meter hohe Riesenschaukel wurde sehr schön getheemed und hat auch einen IMAscore Soundtrack bekommen. Für eine solche Attraktion keine Selbstverständlichkeit. Loke sieht gerade nachts sehr beeindruckend aus und man sollte nicht daran vorbeigehen.

Fazit

Die zwei Tage gingen dann mal wieder schneller vorbei als mir lieb war. Trotz des teilweise sehr schlechtem Wetters hatte ich eine gute Zeit im Park. Helix hat die Erwartungen nochmal übertroffen und für mich steht fest, dass ich spätestens nach der Eröffnung des neuen Dive-Coasters Valkyria wieder nach Schweden muss!