Parkbericht Tibidabo

Während unseres Sommerurlaubs in der Nähe von Barcelona 2016 haben wir uns einen Tag Zeit genommen um einen kleinen Freizeitpark über den Dächern von Barcelona zu besuchen. Wir hatten schon vorher von dem Park gehört wussten aber trotzdem nicht wirklich was man dort für uns zu bieten haben wird. Also ging es dann morgens mit dem Auto von Tarragona, immer an der Küste entlang, nach Barcelona.

Die Anfahrt

Die eigentliche Anfahrt zu dem kleinen Park ist nicht vergleichbar mit den meisten anderen Freizeitparks die man so kennt. Das liegt daran, dass der Park auf einem 515 Meter hohen Berg hinter Barcelona liegt und man dort oben schlichtweg keinen Platz für Parkplätze hat. Deswegen erfährt man schon auf der Park Webseite, dass man in Barcelona zu einem Parkhaus fahren soll und dann dort auch die Tickets inklusive Shuttlebus-Ticket bekommt. Wenn man dann die Adresse ins Navi eingibt kommt man zwar zu einem Parkhaus aber dort gibt es drei verschiedene Parkplätze (Normaler Parkplatz neben dem Parkhaus, Parkplatz auf dem Parkhaus und das Parkhaus selbst) und es ist nicht wirklich klar wo man denn nun hin muss. Nach ein paar Runden um das Parkhaus und Nachfragen haben wir dann erfahren, dass man in das Parkhaus fahren darf ohne dann Abends die eigentlichen, Barcelona üblich sehr teuren, Parkgebühren von dort zahlen zu müssen.
Im Parkhaus gibt es dann auch direkt einen Schalter vom Park an dem man die Eintrittskarten und das Parkticket kaufen kann. Der Eintritt selbst liegt bei 28,50€ pro Person während das Parken 4,20€ für den ganzen Tag kostet.
Wir sind dann aus dem Parkhaus raus zur Bushaltestelle zum Shuttlebus der dann auch direkt nach wenigen Minuten kam. Die Fahrt bis auf den 515 Meter hohen Berg dauerte dann ungefähr 20 Minuten bietet aber schon unterwegs einen ersten Vorgeschmack auf die Aussicht die man später haben wird.
Oben angekommen steigt man aus, geht zum Park und steht plötzlich mittendrin ohne an einem Eingang mit Ticket Kontrolle vorbeigekommen zu sein. Das ist dann schon die nächste Besonderheit des Parks. Der eigentliche Eintritt in den Park ist kostenlos während man nur für die Fahrgeschäfte zahlen muss. Dementsprechend haben wir auch keine Eintrittskarte sondern ein Bändchen bekommen welches dann bei jeder Attraktion kontrolliert und teilweise auch abgestempelt wird, da man bestimmte Attraktionen nur einmal betreten darf ohne noch einmal bezahlen zu müssen.

Der Park

Wenn man „normale“ Freizeitparks gewohnt ist braucht man einige Zeit um sich im Tibidabo zurechtzufinden. Die eigentliche Fläche von oben gesehen ist unwahrscheinlich klein. Dadurch das der Park aber am Berg liegt wurde dieser in mehrere Etagen eingeteilt. Auf der obersten Ebene gibt es ein paar kleinere Rundfahrgeschäfte wie zum Beispiel ein kleines Riesenrad. Besonders ist hier ein altes ausgebautes Flugzeug mit dem man im Kreis „fliegt“ und aus dem man die Aussicht genießen kann.
Die Aussicht ist wohl sowieso die größte „Attraktion“ dieser Ebene. Es gibt wohl nirgends einen besseren Ausblick auf Barcelona als von hier oben. Deswegen findet man hier noch verschiedene Aussichtsplattformen und selbst das kleine Riesenrad kann hier oben zu einer besonderen Attraktion werden.

Wenn man dann eine Ebene tiefer geht findet man einen 3D Simulator mit einem Zombie Shooter als Film und einen sehr kleinen aber extrem liebevoll eingerichteten Darkride den man auf keinen Fall verpassen sollte.
Auf der nächst tieferen Ebene findet man dann mit den Crash Cars einen Autoscooter und direkt daneben das Hotel Krüger.
Wer auf Horror-Mazes steht wird hier definitiv seinen Spaß haben! Selbst wenn das Maze auch für die kleineren zugelassen ist macht es echt Spaß sich seinen Weg durch das dunkle Hotel zu suchen und wird dabei die ein oder andere Szene aus bekannten Horror Filmen wiedererkennen.
Auf der nächsten, vorletzten, Ebene wird es wieder etwas unspektakulärer. Hier findet man einen Wellenflieger, eine Mini-Wasserbahn und ein 4D-Kino welches bei unserem Besuch leider geschlossen hatte.

Jetzt aber zur letzten und größten Ebene des Parks.
Als erstes sieht man hier einen Huss Top-Spin mit einer sehr „Kindgerechten“ Fahrprogramm. In der gleichen Ecke gibt es noch den Walk-Through „Mystery-Castle“  im Stil eines alten Schlosses. Direkt danach kann man in den ersten Count des Parks einsteigen, den Tibidabo-Express. Hierbei handelt es sich um einen Powered-Coaster von Zamperla der trotz seines langsamen Tempos den ein oder anderen Schlag austeilen kann.

Danach ging es dann für uns weiter in den mittleren Bereich der untersten Ebene. Da wir an einem sehr heißen Tag dort waren nutzten wir hier die Möglichkeit auf den vielen Bänken eine kleine Pause zu machen und etwas kühles zu trinken und zu essen.
Danach ging es weiter mit der Schiffschaukel Piratta und Viking. Hier fährt man in kleinen Drachenbooten im Kreis und kann die anderen Fahrer und alle wartenden mit Wasser nass machen.

Von hier aus ging es dann zu meinem persönlichen Highlight des Parks. Zur Muntanya Russia, dem zweiten Count des Parks. Wenn man sich die reinen Daten des Vekoma MK-900 ansieht ist man nicht sonderlich beeindruckt. 740m lang, 31m first-drop und maximale 80km/h sind für die meisten Achterbahn Fans wirklich nichts besonderes mehr. Man erahnt es vielleicht schon von außen aber sobald man nach dem Lift durch die 90 Grad Rechtskurve gefahren ist weiß man das sich der Tag gelohnt hat. Der First-Drop ist so angelegt, dass man direkt den Berg hinunter sieht und auf das Panorama von Barcelona zu fährt. Man sieht nur noch die strahlend roten Schienen und das 500 Meter tiefer gelegene Panorama Barcelonas vor sich. Der Rest des Layouts schlängelt sich dann entlang des Berges mal höher und mal tiefer. Außerdem läuft die Bahn super weich und angenehm.
Wir machten hier direkt mehrere Fahrten und mussten dabei nicht mal lange anstehen. Obwohl der kleine Park gerade hier auf den unteren Ebenen sehr voll wirkte mussten wir selten wirklich anstehen. Könnte aber auch einfach daran liegen, dass viele den Park besuchen ohne sich das Eintritts-Bändchen für die Attraktionen zu kaufen.

Noch weiter unten gibt es dann noch eine Wasserbahn. Ein klassischer Log-Flume in dem man sehr Nass werden kann. Wir waren aber auch genau darüber froh, denn an einem Tag mit ca. 35 bis 40° Grad ist man glücklich über jede Abkühlung.

Auf dem Weg zurück haben wir dann noch einige Fahrten auf der Muntanya mitgenommen und haben dann, recht früh, gegen 15 Uhr den Park wieder verlassen. In den Sommer Monaten hat der Park auch bis Nachts offen und ich denke das nächste mal werden wir den Besuch dann eher so planen, dass wir den Sonnenuntergang über Barcelona von hier oben sehen könnten. Lohnt sich bestimmt!

Als wir den Park dann verlassen haben stand auch schon ein Shuttlebus zum Parkhaus bereit. Da wir noch genug Zeit hatten sind wir noch nach Barcelona in die Stadt und haben uns am Placa de Catalunya, etwas Zeit vertrieben.

Fazit
Unserer Meinung nach muss man den Park einfach besuchen wenn man einmal in Barcelona ist. Tibidabo ist ein kleiner aber sehr liebevoll gestalteter Park mit einem Coaster den man auf den ersten Blick wirklich unterschätzen kann. Bereits nach der ersten Fahrt hat sich der Muntanya Russia einen Platz in den oberen Reihen meiner persönlichen Top-Liste gesichert. Eigentlich keine wirklich besondere Bahn die aber durch ihre einmalige Lage direkt über Barcelona und dem Meer ein einmaliger Ride wird.