Betreten einer anderen Welt…

Mehr als zwei Jahre mussten wir warten. Erst haben wir alle der Westernstadt und besonders der Silbermine hinterhergetrauert, konnten es kaum glauben, dass dieses Stück Kindheits-Erinnerung einfach so abgerissen sein sollte.

Wir wussten ja noch nicht was uns da erwarten sollte…

Irgendwann war es soweit, das Phantasialand hat Zäune aufgestellt und wollte, soweit es geht, uns Fans von der Baustelle aussperren. Wir sollten nicht sehen was dort vor sich geht. Auf Facebook wurde geschrieben, dass die Westernstadt in einer Nacht und Nebel Aktion einfach „gestohlen“ wurde und das man die Hauseigenen Drachen zum spähen rausgeschickt hat.
Doch plötzlich konnten wir doch die ersten Blicke auf die Baustelle erhaschen. Ein langer Graben über die gesamte Baustelle… Ein launch Coster? Dann waren die ersten Footer zu sehen… Intamin? Und dann? Die Baustelle entwickelte sich von Tag zu Tag in einem wahnsinnigen Tempo und wurde von Tag zu Tag imposanter.

Die Foren waren überschüttet vor Begeisterung. Irgendwann waren dann auch die ersten Felsen zu sehen und die Baustelle wurde immer beeindruckender. Wir wussten mittlerweile sehr viel. Haben hunderte, bestimmt sogar tausende Bilder gesehen, doch nicht eins konnte auch nur Ansatzweise zeigen was wir dort am 7. Juli zum ersten mal live zu sehen bekamen.

An einem ganz gewöhnlichen Donnerstag Nachmittag sind wir also in den Park, gingen so schnell wie noch nie durch Berlin, zum Arkadengang und dann war der Blick nach links fixiert. Erster Eindruck? Wow! Wow, wenn ich es mir auch insgesamt größer vorgestellt hatte sah es schon genial aus. Als wäre an dieser Stelle im Park nie etwas anderes gewesen. Wir gingen also erstmal weiter bis zum Tacana wo wir endlich nach links in den neuen Bereich abbiegen durften.

Das was von außen noch eher „klein“ aussah macht einen von innen einfach nur fertig. Man kommt über die große Brücke und ist einfach Sprachlos. Rechts und Links und einfach überall diese genial verbauten Schienen von Taron und Raik. Sie schlängeln sich durch die Felsen und die Häuser von Klugheim und jeder Zentimeter wurde perfekt ausgenutzt. Der neue Raik Lift direkt neben dem komplett erneuertem River Quest Lift. Dann weiter links das Zentrum von Klugheim mit dem Dorfplatz. Noch weiter Links Felsen und das in sich geschwungene Layout von Taron.

Weil Taron zum aktuellen Zeitpunkt noch Probleme mit den Rollen hat, welche gerne mal überhitzen und schmelzen, stand bei uns leider auch zuerst das die Bahn aktuell geschlossen sei. Da aber der Eingang zum Wartebereich geöffnet war und die Züge nur so durch Klugheim flogen sind wir trotzdem rein und haben uns angestellt. Wir gingen also durch den Wartebereich und uns wurde immer mehr klar was uns das Phantasialand hier präsentiert. Staunend gingen wir bis zu dem Punkt an dem wir mit den anderen warten mussten. Hörten immer wieder den bedrohlich lauten „Schrei“ von Taron’s zweitem Abschuss und konnten es kaum erwarten.

Gegen Ende der Warteschlange entschieden wir uns natürlich für die erste Reihe und waren dann nach insgesamt ca. 35 Minuten auch schon dran, deutlich schneller als gedacht. Der Puls steigte schon und wir konnten uns endlich in die erste Reihe des perfekt Thematisierten und extra für das Phantasialand entwickelten Zug setzen. Damit die Züge in dem langen verschlungenen Layout nicht an Geschwindigkeit verlieren mussten sie einer Entschlackungskur unterzogen werden und sind deutlich leichter als die Züge von anderen vergleichbaren Achterbahnen. Vermutlich auch einer der vielen Dinge die einen so intensiven Abschuss möglich machen.

Der Zug setzte sich dann nach einer gefühlten Ewigkeit voller Vorfreude endlich in Bewegung und rollte gemütlich durch die erste Kurve zum Launch und bleibte stehen. Oben in der Station stand Herr Jonas und man konnte ihm ansehen wie er es genoss zu sehen das der, von ihm und seinem Team, neue Themenbereich sehr gut bei den Besuchern ankommt. Dann wird es laut, man wird in den Sitz gepresst und direkt findet man sich oben in den Felsen wieder, kann kurz über Klugheim sehen und schlängelt sich dann durch die Kurven. Immer wieder Airtime Momente und kurvenausgänge die einen förmlich aus dem Sitz reißen wollen. Dann irgendwann links, rechts und links runter zum zweiten launch. Man taucht ein in den tiefen graben thematisiert mit flüssiger Lava und verbranntem Holz. Man sieht wie der Zug über die Statoren fährt und dann hört und spürt man es. Wie ein feuerspeihender Drache schreit der zweite Launch während man die Kraft spürt und es immer schneller vorwärts geht. 120 km/h. Dann links hoch in die Felsen. Wasser kommt einem entgegen und verstärkt das Gefühl der Geschwindigkeit. Oben angekommen hat man dann nocheinmal dern perfekten Blick über Klugheim bevor es in den zweiten noch intensiveren Teil des Coasters geht.

Als wir ausgestiegen sind waren wir einfach nur noch Sprachlos. Überwältigt von Taron und nach Worten suchend. Mehr als „Wahnsinn“ kam aber nicht aus mir raus. Viel mehr muss man aber auch nicht zu Taron sagen, glauben und nachvollziehen kann man es sowieso erst wenn man es selbst erlebt hat.

Nach Taron ging es dann direkt zu Raik. Einem Family Boomerang Coaster aus dem Hause Vekoma. Man wird rückwärts den Launch hochgezogen und wenn es losgeht sieht man wie man auf das sehr kleine Loch der Station zu rast. Von oben glaubt man kaum das der Zug wirklich durchpasst. Danach über den kleinen Airtime Hügel runter in den Graben, wieder zum Lift und das gleiche nochmal rückwärts.
Auch bei Raik waren wir nochmal richtig überrascht. In dem Wissen, dass es extra für die kleineren Besucher des Phantasialands gedacht ist hatten wir nicht sehr viel erwartet aber gerade unten im Graben hat Raik doch ganz schön Kraft und macht ordentlich Spaß.

Immer noch gefesselt von Taron sind wir dann noch einige Runden gefahren und haben uns danach den Dorfplatz etwas genauer angesehen.

Auch hier ist man überwältigt von der extrem detailreichen Thematisierung. Alles passt perfekt zusammen und auch hier wurde kein Zentimeter verschenkt. Man hat Taron immer im Blick und trotzdem Ruhe für eine Pause, sich hinzusetzen und etwas zu essen.